Der erste Schritt war getan, die Mitgliedschaft eingetragen und die Besuche in der Box wurden zu einer Regelmäßigkeit. Regelmäßigkeit ist vielleicht der falsche Ausdruck, weil jeder der einen Freund hat, der mit CrossFit beginnt, weiß wie lästig diese Leute sind. Ja, ihr habt richtig gehört – LÄSTIG! Kein Treffen vergeht, wo man nicht versucht, das Gegenüber davon zu überzeugen, CrossFit eine Chance zu geben. Dabei bleibt es nicht, es folgen heldenhafte Erzählungen epischen Ausmaßes, wo von sogenannten WODS erzählt wird, gespickt mit so vielen Anglizismen wie möglich, was womöglich den Grund hat, dass man auf die Gegenfrage hofft, was den ein Deadlift, Powerclean oder Muscle-Up ist, um es dann zu erklären und nebenbei auf die schier unglaublichen Gewichte, die man bewegt, hinzuweisen.

Was in einem Leben vor CrossFit noch Anzahl der getrunkenen Biere, Longdrinks oder Shots waren sind jetzt Heldensagen aus Stahl&Schweiß geworden und damit nicht genug, der CrossFit Frischling kann es auch nicht lassen am Tisch immer wieder seine Hornhaut möglichst langsam von der Handinnenfläche zu kletzeln oder gleich einem Stigmata auf seine offenen Hände hinzuweisen, die er sich beim letzten Workout geholt hat.

Nervt das die Leute? Ich denke schon. Kann man es den CrossFit Frischlingen verübeln? Ich denke nicht, diese Sportart polarisiert, sie pusht, man wird durch die Gruppendynamik angesteckt auch wenn man sich schon körperlich ziemlich dem Ende nahe fühlt, nochmal alles zu geben. Die Belohnung? Zum einen Endorphine! Ohne die würde man sich nicht quälen, keiner kann mir erklären dass es jemandem Spaß macht einen Marathon zu laufen oder Gewichte zu heben, bis die Muskeln fast zerreißen – diese kleinen, körpereigenen Opioid-(!)-peptide sind es, nach denen wir alle streben. Die Ausschüttung erfolgt vielfältig, sei es durch Akohol, Drogen oder Sport – und da dürften sich wohl alle einig sein, dass Sport um einiges besser für unseren Körper ist und – in normalem Rahmen betrieben – diesem auch nicht schadet, sondern hilft gesund und fit zu bleiben. Die andere Belohnung, die man als CrossFit Newbie erfährt ist der Gürtel. Nicht die Waage, der Gürtel! Eine der Sachen, die viele Leute lernen müssen ist die Folgende: Muskeln sind schwerer als Fett. Ist einfach so – und deswegen ist der Gang auf die Waage für viele nicht ausschlaggebend, sondern der Blick in den Spiegel, das Zusatzloch am Gürtel dass man stanzen muss, das Lieblingsshirt oder –Hemd, das einem wieder passt oder der anerkennende Blick von Leuten, die man ein paar Monate nicht mehr gesehen hat.

Erste Erfolge werden sich einstellen, um diese aber zu beschleunigen, sollte man seine Ernährung anpassen und das ist ein riesiger Dschungel aus verschiedenen Ernährungsmethoden, wo man sich erst einmal zurechtfinden muss, was gar nicht so leicht ist, wie man sich denken kann.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *