Raus aus der Komfortzone!

Wer kennt es nicht? Man hat eine zeitlang Sport betrieben, dann kam etwas dazwischen – man hat eine Zeit lang nicht trainiert und plötzlich werden aus Tagen Wochen, aus Wochen Monaten und man zahlt immer noch brav seine Mitgliedschaft im Gym und kurbelt damit wenigstens die Wirtschaft an.

Mein Fall war vielleicht klassisch – lange Jahre 3 Mal die Woche Basketball trainiert, Match am Wochenende und ja, da konnte man essen was man wollte, die Jugend und der viele Sport hat es einem verziehen. Irgendwann kommt das Studium, Frauen, vielleicht auch übermäßiger Alkoholgenuss am Wochenende und man trifft die Entscheidung dass sich 4 Mal die Woche Sport nicht mehr ausgehen und betritt die Komfortzone.

Das geht auch ganz leicht, tut nicht weh – man freut sich über die Zeit die man gewonnen hat und die Essgewohnheiten bleiben natürlich die Gleichen, man ist es ja gewohnt alles in sich reinzustopfen ohne zuzunehmen, alleine dem Körper fehlt die regelmäßige körperliche Ertüchtigung und er beginnt, fies wie er ist, den ganzen Überschuss an Kalorien zu speichern- für schlechte Zeiten, oder so.

Irgendwann passen dann auch die ersten Kleidungsstücke nicht mehr, macht ja nix – Sprüche wie ein Mann ohne Bauch ist wie eine Frau ohne Busen sind am Stammtisch immer gerne gehört, und das Gewicht auf der Waage klettert still und heimlich immer weiter nach oben!

Im Leben jedes Menschen gibt’s sogenannte Points of no return – in meinem Fall war das der 30. Geburtstag, als ich die 99 auf der Waage entziffern konnte, ganze 14kg mehr als zu den schlanken Zeiten als juveniler Sportler und ich beschlossen hatte, auch den heiß geliebten Marlboro abzuschwören.

Was tun? Wiedermal mit 4 Freunden eine Mitgliedschaft in eine Gym abschließen, zuzusehen wie die Gruppe sich alle 3 Monate verkleinert und man dann irgendwann alleine keine Lust mehr hat zu trainieren? War nicht wirklich eine Option – in meinem Fall hatte ich das Glück, dass ein Freund als einer der ersten den amerikanischen Sport CrossFit in Österreich etablierte. Skeptisch durch die hohen Kosten war ich, aber wie sogar! Doch ausprobieren konnte man es ja – die ersten Probestunden brachten mich, der sich eigentlich immer noch als recht fit (aber mit kleinem Bauchansatz) betrachtete, schnell an die Grenzen.

Burpees (für alle die das noch nicht kennen – seid froh, es ist widerlich) und einen 8kg Medizinball gegen einen Punkt in gefühlten 100 Meter Höhe werfen, beim Fangen eine Kniebeuge machen (und Vorsicht – Kniebeuge ist nicht gleich Kniebeuge) – das Ganze qualvolle 8 Minuten lang, in denen ich jede einzelne Zigarette, jeden BigMac und jede Pizza der letzten Jahre verflucht habe. Irgendwann das Übungsende, Endorphine machen sich breit – man klatscht ab, hofft dass man weder gleich ohnmächtig umkippt, noch dass man die Kontrolle über seinen Schließmuskel verliert und wankt Richtung Umkleidekabine. Nachschwitzen dauert gefühlte 2 Stunden, irgendwann zur späteren Stunde bekommt das Gesicht auch wieder eine Farbe Richtung weiß statt purpurfarben und man sitzt zu Hause auf der Couch, hofft das man sie auch jemals wieder verlassen kann ohne einen Krampf zu erledigen und ist trotzdem immer noch glücklich und entspannt, denn heute war der erste Schritt aus der verdammten Komfortzone.   

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